Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie (QS PCI)

Eine koronare Herzerkrankung zeigt sich u.a. durch Verengungen der Herzkranzgefäße, die den Blutfluss und damit die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels verringern. Im ungünstigsten Fall kann es zum Verschluss eines Herzkranzgefäßes und damit zum Herzinfarkt kommen. Das Ausmaß und die Lokalisation solcher Verengungen werden mit einer Koronarangiographie abgebildet. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist maßgeblich für die Entscheidung, ob zur Wiederherstellung des Blutflusses (Revaskularisation) eine Ballondilatation, ggf. in Verbindung mit einer Stentimplantation, oder ein herzchirurgischer Eingriff (Bypassoperation) notwendig ist. Die Ballondilatation und die Stentimplantation sind ein wesentlicher Teil der perkutanen Koronarintervention (Percutaneous Coronary Intervention, PCI).

Bei einer PCI (Percutaneous Coronary Intervention) wird ein Katheter, an dessen Ende ein kleiner Ballon befestigt ist, über einen Draht bis zur Verengung des Herzkranzgefäßes vorgeschoben. Durch Füllen des Ballons wird die Verengung geweitet (Ballondilatation). Um das Ergebnis der Ballondilatation möglichst langfristig zu erhalten und einer erneuten Verengung der Herzkranzgefäße entgegenzuwirken, wird ggf. ein kleines Gittergerüst (Stent) eingesetzt.

Die Qualitätssicherung erstreckt sich derzeit auf die Indikationsstellung zur Koronarangiographie, die Erfolgs- bzw. Komplikationsrate und die Sterblichkeit. Darüber hinaus werden die verwendete Kontrastmittelmenge, die Strahlenbelastung des Patienten, die Messung der Nierenfunktion vor der Prozedur und die „Door-to-balloon“-Zeit erfasst. Dabei geht es um das Intervall zwischen Eintreffen des Patienten in der Notaufnahme und dem Aufblasen des Dilatationskatheters im Koronarverschlussgebiet. Dabei ist bedeutsam, ob Koronarangiographie und PCI getrennt voneinander oder bei einem gemeinsamen Eingriff („Einzeitig-PCI“) vorgenommen werden.

Seit dem Erfassungsjahr 2016 werden gemäß der Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Qesü-RL) auch Daten zu den ambulant durchgeführten Herzkatheteruntersuchungen erfasst. Durch die Erhebung von patientenidentifizierenden Daten, welche dem IQTIG pseudonymisiert zur Verfügung gestellt werden, und die Einbeziehung von Sozialdaten bei den Krankenkassen ist die Berechnung von Follow-up-Indikatoren möglich. Perspektivisch sollen zudem die Ergebnisse von Patientenbefragungen ausgewertet werden.

 

Spezifikation

Auf den Internetseiten des IQTIG finden Sie die aktuelle Spezifikation für das Jahr 2020, die aktuellen Bundesauswertungen für alle bundesweiten Krankenhäuser und eine ausführliche Indikatorenbezeichnung.

 

Patientenmerkblatt

Bei diesem Verfahren werden auch patientenbezogene Daten (PID) erhoben und weitergeleitet, die für die Verknüpfung mit den Sozialdaten benötigt werden. Damit ist auch eine Information des Patienten mit einem spezifischen Patienteninformationsblatt erforderlich. Das entsprechende Merkblatt des G-BA finden Sie hier.

 

Ergebnisse in Hessen 

Die Landesauswertung QS PCI aus dem Verfahrensjahr 2018 finden Sie hier: LAW QS PCI Hessen VJ 2018

Die Landesauswertung QS PCI aus dem Verfahrensjahr 2017 finden Sie hier: LAW QS PCI Hessen VJ 2017