QS Cholezystektomie (QS CHE)

Das Gallensteinleiden (Cholelithiasis) stellt in der erwachsenen Bevölkerung die häufigste Erkrankungsform der Gallenblase und der Gallengänge dar. Der Nachweis von Gallensteinen (Konkrementen) in der Gallenblase bzw. den extrahepatischen Gallenwegen erfolgt vor allem durch eine Ultraschalluntersuchung.

Die operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) stellt die typische Behandlung schmerzhafter, also symptomatischer Gallenblasensteine dar. Sie erfolgen entweder minimal-invasiv (laparoskopisch, d.h. Entfernung der Gallenblase mittels Schlüssellochchirurgie) oder offen chirurgisch, indem ein Bauchschnitt angelegt wird (Laparotomie). Die Entfernung der Gallenblase kann auch im Rahmen anderer Operationen von Bauchorganen sinnvoll und notwendig sein (Begleitcholezystektomie).

Bei der operativen Entfernung der Gallenblase können schwerwiegende Komplikationen wie bspw. die Verletzung der Gallengänge und Blutgefäße verursacht werden, die bereits während des stationären Aufenthaltes oder zu einem späteren Zeitpunkt diagnostiziert werden. Die Häufigkeit solcher Ereignisse wird im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung mit dem neuen QS-Verfahren Cholezystektomie nach DeQS-RL erfasst.

Das Verfahren "QS CHE" (Cholezystektomie) ist das 3. sektorenspezifische Verfahren der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL). Das bisher auf Landesebene umgesetzte QS-Verfahren Cholezystektomie wurde ab dem 01.01.2019 als Bundesverfahren eingeführt. 

Das neue Bundesverfahren zielt auf die Erfassung von nach Entlassung aus dem Krankenhaus stattfindenden Ereignissen. Die neu entwickelten Qualitätsindikatoren bilden nunmehr alle unter Nutzung von Sozialdaten der Krankenkassen nach dem ersten stationären Aufenthalt auftretende Komplikationen und Reinterventionen ab. Entsprechend beziehen sich die insgesamt sieben Qualitätsindikatoren auf operationsbedingte intra- oder postoperative Komplikationen und Reinterventionen nach 30, 90 bzw. 365 Tagen sowie auf die Sterblichkeit bei Durchführung oder innerhalb von 90 Tagen nach Cholezystektomie.

 

Spezifikation

Auf den Internetseiten des IQTIG finden Sie die aktuelle Spezifikation für das Jahr 2020, die aktuellen Rechenregeln und Auswertungen sowie eine ausführliche Indikatorenbezeichnung.

 

Patientenmerkblatt

Bei diesem Verfahren werden auch patientenbezogene Daten (PID) erhoben und weitergeleitet, die für die Verknüpfung mit den Sozialdaten benötigt werden. Damit ist auch eine Information des Patienten mit einem spezifischen Patienteninformationsblatt erforderlich. Das entsprechende Merkblatt des G-BA finden Sie hier.